Wer kennt das nicht, das "aber"-Phänomen:

Ich bin kein Rassist aber ...
Ich hab ja nichts gegen Homosexuelle aber ...
Das mit dem Holocaust war schlimm aber ...
Österreich ist nicht islamophob aber wir brauchen ein spezielles Islamgesetz!

Ich persönlich verurteile das neue Islamgesetz nicht, aber ich habe da ein paar Fragen, die mir vielleicht jemand auf Facebook beantworten kann:

  • Wie erklärt man einem Muslim in Österreich, das wir einen freien Waren-, Personen-, Dienstleitungs- und Kapitalverkehr, Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit haben und dann so ein Gesetz beschließen können?
  • Wie kann ich erwarten, dass andere Kulturen meine Wertevorstellungen tolerieren, wenn ich anderes Gedankengut nicht einmal in mein Land lasse?
  • Seit wann ist es üblich, dass der Staat bei einer Religion dermaßen inhaltlich eingreift (ausgenommen in der NAZI-Zeit)?
  • Seit wann versteht man unter religiösem Dialog einen juristischen Monolog?
  • Glauben die Befürworter des Islamgesetzes jetzt wirklich, das die Muslime und Muslima mehr bereit sind sich zu integrieren?
  • Wie sieht so ein Euro-Islam (siehe F.A.Z-Artikel) aus? Wird Mohammed ans Kreuz genagelt oder geben »wir Europäer« Nachhilfe im bürokratischen Massenmorden und sinnloser Weltkriegsführung?

Auch wenn das Islamgesetz einige gute Ansätze beinhaltet, das Finanzierungsverbot aus dem Ausland zeigt zum einen eine tiefsitzende Angst gegen alles Fremde und zum anderen die Einstellung, dass wir unsere westlichen Werte nicht im Dialog, sondern im Monolog in die Welt tragen.

Es gibt dem radikalen Islamismus Argument in die Hand und bringt die Mehrheit der friedlichen Muslime in Erklärungsnot. Im internationalen Kampf gegen den radikalen Islamismus ist dieses Gesetz ein österreichischer Schnellschuss ins Knie.