Morpheus hatte Recht

Manchmal ist es faszinierend wie viel Philosophie in Filmen steckt. Ich möchte hier keine Einführung in den Zen-Buddhismus schreiben, es reicht ein 48 Sekunden Filmausschnitt aus dem Film Matrix (1999). Wenn Morpheus sagt, man solle aufhören darüber zu Denken und es einfach machen, spricht da fernöstliche Philosophie aus ihm heraus. Es geht um die Erfüllung in der Tätigkeit an sich zu finden. Und wir nennen das im Business den Flow.

Steve Jobs - ein Zen-Choleriker

Da Best-Practise Beispiele derzeit in Mode sind widmen wir uns Steve Jobs zu. Er war in jeder Hinsicht ein radikaler Mensch. Seit frühen Jahren war er ein begeisterter zen-buddhistischer Hippie, der sich nicht gewaschen hat und vegetarisch bis ultra-vegan ernährt hat. Dennoch war er ein Choleriker, der seine Mitarbeiter zum Burnout getrieben hat. Die Kombination hat ihn zu einem der erfolgreichsten Manager der Geschichte gemacht. Aber wie passt das zusammen?

Einfachheit ist die höchste Form der Raffinesse

Der eine Teil von Jobs Persönlichkeit war Konzentration und Minimalismus. Er reduzierte sein Umfeld (Wohnung), Arbeit und Essen auf wenige essenzielle und formvollendete Bestandteile. Diese Konzentration entspringt nicht einem Ordnungszwang sondern der Zen-Philosophie und täglicher Meditation (Praxis). Und so arbeitete er auch: konzentriert, fokussiert, geradlinig und formvollendet. Dementsprechend sehen Apple Produkte auch schöner aus und sind leichter zu bedienen. Auf seinen Japanbesuchen konnte er seine Philosophie in Fabriken beobachten und kopierte diese. Heute gibt es eine eigene Management-Philosophien die sich damit beschäftigt: 5S bzw. auf Deutsch 5A (siehe Wikipedia Artikel).

Die Dunkle Seite des Zen: Konzentration und "Zen-Leere" killt Kreativität

Der andere Teil von Jobs Persönlichkeit war radikale Leidenschaft und Sturheit. Und das hat nichts mit Zen zu tun, ganz im Gegenteil. Vielmehr verfolgte er seine (teilweise LSD-Trip Bedingten) Visionen konsequent bis zum Schluss. Die Begeisterung, die Emotionalität ist das was (wie auch im Sport) die westliche Kultur zum Innovationsmotor der Welt macht. Steve Jobs hat beides miteinander verbunden und schuf ein Imperium.

Management Summary

  • Im Flow denken wir nicht an das Wie sondern wir machen es einfach. D.h.: Flow ist Praxis (Übung) nicht Theorie
  • Durch Meditation trainiert man die Konzentrationsfähigkeit
  • Weniger ist mehr: durch Aufräumen und Ausmisten schaffen wir Platz für die wesentlichen Dinge. (siehe 5S Methode)
  • Reiner Zen-Buddhismus und absolute Konzentration reduziert Kreativität und Innovationen
  • Begeisterung und Emotionalität helfen uns dabei kreativ zu bleiben und über uns hinauszuwachsen.
  • Die Steve Jobs Formel lautet also: FOKUS*LEIDENSCHAFT = ERFOLG

Lesenswert (Referenzen)