...man so einen verdammt langen und verarschenden Titel braucht, um Aufmerksamkeit zu bekommen ;)

Prokrastination, wieder so ein schönes Wort welches einem Jahrtausende alten Problem zu neuem Glanz verhilft: Aufschieben. Anscheinend ist der deutsche Begriff zu unwissenschaftlich, um auf einer sündhaft teuren Beraterfolie zu stehen.

Aber zurück zum heilungsversprechenden Titel, denn man wird es kaum glauben ... ich habe wirklich den ultimativen Trick gegen die Prokrastination Vergessen:

Die Grundthese: Je mehr wir uns selbst erlauben zu vergessen, desto mehr finden wir zu uns selbst und erledigen Aufgaben, die uns wirklich wichtig sind.

Was vergessen wir? Milch? Geburtstage? Namen von flüchtigen Bekannten? Die Vorbereitung auf ein alles entscheides Meeting, was über dein zukünftiges Leben bestimmen wird? ... letzteres wohl kaum.

Vergessen können ist keine negative Eigenschaft, mehr ein eingebauter Prioritätsfilter in unserem Kopf. Wir dürfen nur keine Angst haben, diesen zu verwenden.
Um professionell vergessen zu können, braucht es jedoch Vorausetzungen:

  • Selbstbewusstsein - »Wer vergisst, ist dumm!« ... Der Glaubensatz wird uns sehr früh eingeredet. Im Endeffekt dient das Nicht-Vergessen nur dem Zweck, die Prioritäten eines Kindes darauf zu fokussieren, was die Eltern, Lehrer oder Gesellschaft von diesem erwartet. Nebenbei vergessen wir wer wir sind aber daran muss man sich in unserer Leistungsgesellschaft nicht erinnern können.

  • Den richtigen Kontext - Mit Vergessen managet man keine Teams oder Projekte. Genau hier gilt es mit einer gewissen Penetranz dafür zu sorgen, dass die Gruppenziele NICHT vergessen bzw. niedriger priorisiert werden. Daher ist Vergessen können primär im SELBST-Management anwendbar und nicht so sehr im FREMD-Management.

  • Den Mut dazu - Zwischen »Ich habe es vergessen, weil es mir nicht wichtig genug ist« und »Ich habe es nicht getan, weil ich Prioritäten habe« liegt kaum ein Unterschied. Ersteres klingt sogar netter, entschuldigt aber nicht die Tatsache, dass man schon bevor man Menschen vor vollendete Tatsachen stellt, die Wahrheit sagt. Das hat nicht mehr mit Techniken zu tun sondern mit einer gesunden Portion Mut.

Das beste daran: Vergessen ist gratis und serienmäßig in (fast) jedem Menschen eingebaut und es benötigt keinen administrativen Aufwand, was zu mehr Zeit führt. Das Verstecken hinter To-Do-Listen mit unnötigen Kram gehört dann auch der Vergangnheit an, was bleibt einen dann über als die Dinge einfach anzupacken?

Inspiriert wurde dieser Blog Eintrag übrigens von der Diskussion zwischen Andreas Weck und Florian Blaschke im T3N Magazin.

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