Spätestens in der Midlife-Crisis (wo wir Yuppies noch lange nicht sind) fangen wir an über unser Leben nachzudenken. Was will man, bis wann erreicht haben, es muss messbar sein etc.

Gräbt man in der Tiefe seines Bewusstseins, sehnt man sich in fast allen Fällen nach Macht. Um diese Aussage auch wirklich allgemeingültig zu machen, müssen wir aber wissen, was Macht eigentlich ist, und vor allem was sie nicht ist.

Macht - ein Definitionsversuch

Macht "besteht darin, andere zu veranlassen, so zu handeln, wie es mir beliebt" meinte Voltaire, was auch stark an Clausewitz Worte erinnert. Für Max Weber ist Macht "jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstand durchzusetzen". Aber ganz so egoistisch ist die Sache auch nicht, auch wenn es so klingt.

Denn wie bekommt man Macht? In unserer heutigen Gesellschaft ist es ein Tabu nach Macht zu streben, dabei handelt es sich hier um eine der sozialsten Phänomene überhaupt.

Macht ist vielmehr das freiwillige, nicht gewaltsam erzwungene, Einverständnis seiner Mitmenschen einer Person seine Entscheidungsgewalt zu übertragen. Damit konstituiert sich Macht immer nur aus der Zustimmung der Mitmenschen. Zum Beispiel:

"Menschen mit viel Geld haben viel Macht" ist nur dann richtig, wenn wir damit einverstanden sind, dass genug Geld unsere Entscheidungen beeinflussen kann. Bane aus dem Film The Dark Knight Rises verleibt dieser These einen gewissen Nachruck (siehe Video ab 0:40).
Macht hat ein Vorgesetzter nur wenn wir zustimmen, die Entscheidungsgewalt diesem zu übertragen, d.h. seine hierarchische Position zu akzeptieren, Fachwissen, soziale Kompetenz etc.

Macht ≠ Gewalt

Gewalt ist nicht Macht. Wer absolute Macht hat (maximale Zustimmung aller Lebewesen dieser Erde) braucht keine Gewalt einzusetzen. Hingegen Menschen ohne Macht, die dennoch versuchen ihren Willen durchzusetzen bleibt nur die Gewalt. Zum Beispiel: ein Manager, der nicht von seinem Team akzeptiert wird, muss wohl mit Konsequenzen (meist psychischer Gewalt) drohen aber dadurch zeigt sich nur seine Ohnmacht.

Management Summary:

  • Menschen die Gewalt einsetzen um ihren Willen durchzusetzen haben wenig bis gar keine Macht.
  • Macht konstituiert sich aus Zustimmung der anderen.
  • Wenn wir Macht wollen, können wir das nur mit sozialen Beziehungen erreichen.
  • Der Starke ist demnach niemals am mächtigsten alleine.

Lesenswert (Referenzen)

Buch: Macht und Gewalt (Hannah Arendt - 1970)